Dienstag, 28. Juni 2016

[Rezension] "Infernale" - Sopie Jordan

Autor:    Sophie Jordan
Titel:     Infernale

Verlag:   
cbj audio
Dauer:    6h 28 min

Preis Print / Ebook / Hörbuch: 17,95 € (Taschenbuch) / 13,99 € / 17,95 €

Hier geht's zur Hörprobe.


Zum Inhalt:
Als Davy positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung zerbricht und ihre Freunde fürchten sich vor ihr. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie tatsächlich zu einer Mörderin?


Meine Meinung:
Da ist es, das Buch, welches sich intensiv mit Vorurteilen, Vorverurteilungen und Minderheiten beschäftigt!! Von Anfang an war ich in der Geschichte und von Anfang an, war ich erschrocken über uns Menschen!!

Ist es möglich, dass potentielle Attentäter, Amokläufer oder Mörder dies bereits in ihren Genen verankert haben?? Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, konnte ich mir dies jedenfalls nicht vorstellen. 

Wie würde es euch gehen, wenn ihr aus eurer gewohnten Umgebung gerissen werdet, wenn eure Freunde und sogar eure Familie auf einmal abweisend zu euch sind. Ihr habt nichts getan und doch werdet ihr überall angefeindet. Menschen können grausam sein, und dass muss Davy am eigenen Leib erfahren. 

Davy muss lernen mit ihrem Gen und ihrer veränderten Umgebung klar zu kommen. Dabei ist sie eher schüchtern, hübsch, talentiert und (bislang) immer gemocht gewesen. Doch der Fall von diesem "Wunderkind" hin zum "Abschaum der Gesellschaft" ist sehr bewegend.

In dem Buch besitzen Menschen mit dem HTS-Gen keinerlei Rechte mehr. Ihr bisheriges Leben ist vorüber und sie haben sich den neuen Regeln für "Träger" zu beugen. Dass hier dann insbesondere für "talentierte" Kinder Ausnahmen gemacht werden und diese dann aber wie Soldaten gedrillt werden, ist ein schrecklicher Gedanke. Machen wir dann nicht letztlich wirklich Monster aus diesen Personen. Selbst ohne Gene ist doch jeder Mensch, wird er in die Enge getrieben, einsperrt, dauerhaft schickaniert, ... irgendwann an dem Punkt, an dem ein einmal der Geduldsfaden reißt und man sich zur Wehr setzt (verbal oder körperlich). Das mussten auch die HTS-Träger in dem Buch erfahren - nur werden deren (teils brutale) Ausbrüche auf die o.g. Tätigkeiten auf ihr Gen geschoben und sie aus diesem Grund weg gesperrt.

Eine Behörde, die über diese Menschen richtet, markiert und schließlich auch weg sperrt hat aus meiner Sicht zu viele Rechte in einem Land, in welchen die Demokratie vorgelebt werden sollte. Alle Menschen sind von dieser Behörde abhängig, von deren Sanktionen und es herrscht eine regelrechte Angst. Wer sagt denn, dass diese Behörde nicht irgendwann beginnt, diese Macht missbräuchlich zu verwenden? Ordentliche Gerichtsverfahren für Menschen mit dem HTS-Gen gibt es nicht und eine Verteidigung ist nicht möglich. Die Behörde entscheidet nach Willkür und unwiderruflich! Wer sich der Behörde widersetzt wird schnell als Sympatisant von zukünftigen Mördern gehandelt und gerät selbst ins Abseits.

Ich war erschrocken und doch habe ich große Teile unserer Gesellschaft wieder erkannt, die Sophie Jordan so überaus plastisch beschrieben hat. Die Story hat mich regelrecht durch das Buch gezogen und ich war traurig, als ich das Ende erreicht hatte.

Fazit:
Eine tolle Geschichte über unsere Gesellschaft, der Angst vor dem Unbekannten, dem Umgang mit möglichen Gefahren und dem tiefen Sturz in ein anderes Leben. Ich vergebe 5 von 5 möglichen Punkten!!


1 Kommentar:

  1. Das Buch dazu möchte ich auch gern noch lesen. Danke für die tolle Rezension.

    ♥liche Grüße - Lenchen vom Testereiwahnsinn

    AntwortenLöschen