Freitag, 18. November 2016

[Blogtour] "Mit mörderischem Kalkül" - Janette John




Hallo Ihr Lieben,

und willkommen zum dritten Tag unserer mörderisch spannenden Blogtour zum Kripo Bodensee-Roman "Mit mörderischem Kalkül" von Janette John.
Tine hat euch vorgestern die Kripo Bodensee vorgestellt und Yvonne hat euch gestern etwas über Organspenden erläutet. Ich berichte euch heute ein wenig über Berlin in den 60er Jahren...



Hier findet ihr übrigens noch einmal unseren gesamten Blogtour-Fahrplan.


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Um zu verstehen, was in den 60er Jahren in Berlin los war, muss ich wenig weiter in der Geschichte zurück gehen (ohne zu ausführlich zu werden).

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Deutschland war nach dem Krieg geteilt in vier Besatzungsmächte (USA, Russland, England und Frankreich). Berlin wurde separat betrachtet und ebenso in vier separate Sektoren geteilt (Russland im Osten; Frankreich, England und die USA im Westen von Berlin). Während sich im Westen Berlins die materielle Lebenssituation für viele Menschen verbesserte, hatten die Menschen in Ost-Berlin massiv unter den Reparationszahlungen an die Sowjetunion zu leiden. Zwischen 1949 und dem Mauerbau 1961 verließen ca. 2,6 Millionen DDR-Bürger, darunter viele junge und hochqualifizierte Menschen den Arbeiter- und Bauernstaat in Richtung Westen. Nach der Einrichtung einer Grenze zwischen den Sektoren war eine Flucht in den Westen nur noch über Berlin relativ ungefährlich. Zwar gab es auch in Berlin Kontrollen aber die Chancen erwischt zu werden, waren gering. Hunderttausende Menschen überquerten täglich die Sektorengrenze in den Westen. Um ein "Ausbluten" des Ostens zu verhindern und das kommunistische System in der DDR zu erhalten, sah die damalige DDR-Regierung nur einen Weg: Die Sektorengrenze musste geschlossen werden: am 13. August 1961 wurde mit dem Bau der Mauer begonnen!!

Noch im Juni 1961 erklärte Walter Ulbricht, damaliger Chef der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED): "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!". Und doch kam es anders: In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 versperrten die Volkspolizei, Betriebskampfgruppen und Nationale Volksarmee (NVA) die durch Berlin verlaufene Sektorengrenze mit Stacheldrah und Steinwällen. Eine Reise in den Westen war von heute auf morgen nicht mehr möglich.
 Wo Menschen noch Anfang 1961 relativ ungehindert zwischen Ost und West reisen durften (viele arbeiteten in Westberlin), was dies auf einmal Geschichte. Es begann eine bewegende Zeit für die "Berliner". 
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 Wollte man ab sofort Freunde oder Verwandte in der DDR besuchen (man war ja vorher Spiel- oder Klassenkamerad, die Großeltern oder Eltern lebten in Ost-Berlin), musste man oftmals mehrere Stunden aufwenden, bis man mit dem Auto durch die Mauer durfte. Viel schlimmer finde ich aber die armen Kinder, die durch den plötzlichen Mauerbau von ihren Eltern verlassen oder getrennt wurden. Diese galten fortan als Waise und wurden zur Zwangsadoption freigegeben.
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Wollte man als West-Berliner z.B. seine Großeltern besuchen, musste man einen Passierschein beantragen. Es gab die Möglichkeit, bei häufigeren Besuchen, sich einen Mehrfachberechtigungsschein zu beantragen. Hatte man einen solchen, musste man sich im Büro für Besuchs- und Reiseangelegenheiten einen Stempel mit dem Datum des gewünschten Reisetages geben lassen. Um dann "rüber" zu kommen, benötigte man einen Personalausweis, den Visaberechtigungscshein und manchmal eine Zollerklärung. Nach der Ausweiskontrolle wurden noch alle mitgebrachten Zeitungen kontrolliert. West-Zeitungen durften nicht mitgenommen werden. West-Berliner durften zwar in die DDR damals einreisen, im Gegenzug war es für Ost-Berliner nicht ganz so einfach. Sie mussten jeden West-Besuch bei den Behörden anmelden und in ein sogenannten "Hausbuch" eintragen. Die West-Berliner mussten eine Einladung vorlegen können und bis zur Genehmigung vergingen oftmals vier bis sechs Wochen. Es kam nicht selten vor, dass die Reise dann schon zu spät war, etwa zur Beerdigung einer Verwandten, die dann schon begraben war, als die Reise von den Behörden endlich genehmigt wurde.


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Vor allem die Jugend stellte die bis dahin so autoritäte Politik sehr in Frage. Die "älteren" Politiker aus der Adenauer-Zeit wollten sich nicht verändern, die Jugend strebte nach neuen Ordnungen und Reformen. West-Berlin wurde zu einer der Hochburgen der damaligen Studentenbewegungen. Durch diese grundsätzlichen unterschiedlichen Ansichten kam es im Westen zu einem immer größer werdenden Bruch der Generationen.



Es war auch die Zeit, in der die Sexualität neu entdeckt wurde. Vor 1960 gab es den sogenannten Kuppelei-Paragraphen. Dieser besagte, dass jeder, der einem unverheirateten Paar einen Raum zur "Unzucht" zur Verfügung stelle, sich strafbar macht. Homosexualität war verboten, Masturbation galt als krankhaft. Nicht wenige der jungen Leute in Berlin fanden sich hier in Polizeitgewahrsam wieder. Diese prüde und äußerst strenge Handhabung spielt auch in "Mit mörderischem Kalkül" eine Rolle, ein uneheliches Kind galt damals als eine der größten Schanden - gerade, wenn man auch noch wohlhabend und einflussreich war.
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Erst als der Boulevardjournalist Oswald Kolle 1960 die Grundzüge der Seuxualität thematisierte, begann sich die sexuelle Revolution. Mit dazu beigetragen hat die aus Amerika importierte Pille "Envoid 10". Zum ersten Mal konnten Frauen ohne Angst vor einer Schwangerschaft ihre Sexualität genießen und sich bewusst gegen ein Kind entscheiden. Am 1. Januar 1967 gründete sich dann in Berlin die Kommune 1 u.a. mit Uschi Obermeier. Ihr Ziel war es, die freie Liebe zu proklamieren.

Im französichen Teil West-Berlins hielt bald der internationale Einfluss Einzug. Auch der Musikgeschmack änderte sich schlagartig. Die Jugendlichen ärgerten ihre Eltern mit Beatles-Frisuren und "Twist". Im Osten war z.B. Bärbel Wachholz angesagt, während im Westen Bill Ramsey oder Jimmi Hendrix "in" waren.
Im Osten der Stadt wurde der Fernsehturm zum neuen Wahrzeichen Ost-Berlins. Man wollte mit dem Westen mithalten. Die Frauen entdeckten den Minirock. Auch die Musikgeschmäcker waren teilweise sehr verschieden.


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Jeden Tag habt ihr die Chance ein Los in Topf zu werfen, indem ihr den täglichen Beitrag kommentiert. Am Ende der Woche werden diese tollen Preise von Janette John verlost.


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  GEWINNSPIEL ******




 1. Preis - 7 x 1 Tasche


2. Preis - 14 x 1 signiertes Lesezeichen



Was musst Du tun? 

  • Um in den Lostopf für eines der beiden Bücher zu hüpfen, hinterlasst einfach einen Kommentar zu folgender Frage unter diesem Beitrag:
    "Habt ihr in der Verwandtschaft Zeitzeugen von damals und habt ihr mit ihnen schon einmal über die Erlebnisse damals gesprochen?
    Wenn ja, was habt ihr dabei gefühlt?"
  • Pro Beitrag auf unserer Blogtour (also jeden Tag) könnt ihr euch ein Los für den Gewinn sichern. Wenn ihr auf allen sieben Stationen unserer Blogtour teilnehmt, könnt ihr also max. 7 Lose sammeln. :D


Natürlich gibt es auch ein paar Regeln:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
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  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn.
  • Das Gewinnspiel endet am 22.11.2016 um 23:59 Uhr.

ICH DRÜCKE EUCH ALLEN DIE DAUMEN!!

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    ein sehr interessanter Beitrag, danke dafür. Meine Großmutter hatte sehr viele Cousinen in Westberlin, diese konnten aufeinmal nicht mehr besucht werden, genauso wie ihre Schwester aus Köln. Ich mag mkr garnicht vorstellen, von einem Tag auf den anderen meine Schwester nicht mehr besuchen zu können. Dabei war unsere Familie damals noch gut dran, schließlich wohnten Großeltern, Eltern,Enkelkinder alle in einem sogenannten Sektor. Meine Großmutter belastete es schon sehr, ihre Schwester kaum zu sehen, später konnten sie ja als Rentner fahren. Es war ihr im Gegensatz zu ihrem Mann, meinem Großvater nicht mehr vergönnt, die Wende zu erleben. Er saß damals fast fassungslos im Wohnzimmer, als die Nachricht kam, die Grenzen sind auf. Er und meine Großmutter lerndten sich in den 30er Jahren in Berlin Spandau kennen. Diese Orte konnte er uns nach dem Mauerfall noch zeigen, das Cafe, in dem meine Großmutter arbeitete und sie sich das erstevMal begegneten. Es war ein sehr emotionaler Moment und ich werd ihn nie vergessen.
    Liebe Grüße Bettina Hertz
    bettinahertz66@googlemail.com

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Wir haben ja schon damals im ehemaligen West-Berlin gelebt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass, wenn wir in den Urlaub wollten, immer unser ganzer Kofferraum durchsucht wurde. An die Mauer selbst habe ich keine gute Erinnerung, da wir ja überallhin konnten, war es für uns nicht so präsent, wie für die Menschen in Ostberlin.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Guten Abend,
    vielen Dank für deinen spannenden Beitrag.
    Ich habe noch Zeitzeugen von damals in der Verwandschaft, habe mit ihnen allerdings noch nie über dieses Thema gesprochen, da wir nicht gerade gut miteinander können.
    LG Sarah

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  5. Hallo,

    zwar haben Verwandte von mir schon zu dieser Zeit gelebt, doch war das Thema bei ihnen (auch aufgrund der räumlichen Distanz) nicht so wirklich präsent...

    LLG

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